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17Jul2009

„Situation zwischen Sardinendose und Viehtransport“

GRÜNE fordern Veränderungen beim Baustellenverkehr

„Augenwischerei.“ Mit diesem Wort fasst Felix Weidner, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN in der DADINA-Verbandsversammlung, die am heutigen Freitag in Kraft getretenen ‚Nachbesserungen’ im Schienenersatzverkehr zwischen Eberstadt und der Darmstädter Innenstadt verärgert zusammen. Die wesentlichen Mängel seien unverändert vorhanden. Weidner: „Offensichtlich versucht die HEAG mobilo die Situation so lang auszusitzen, bis genug Fahrgäste dem ÖPNV entnervt den Rücken gekehrt haben, dass das derzeitige Fahrtenangebot tatsächlich ausreicht. Dieses Vorgehen ist eine bodenlose Frechheit.“

„Die Fahrtenhäufigkeit der Busse zwischen 10 und 12 Uhr zu verdichten ist gut und schön. Das hilft den wie Sardinen in den Bussen transportierten Fahrgästen in der Hauptverkehrszeit aber überhaupt nichts – sofern Sie nicht ohnehin wegen Überfüllung an der Haltestelle zurückgelassen wurden.“ stellt Weidner fest. Eine Verbesserung der Situation sei am Freitag im Vergleich zu den Vortagen nicht zu beobachten gewesen. Und auch die Mängel zwischen der Innenstadt und Arheilgen seien ebenso wenig behoben wie auf der Linie 3. „Baustellen sind unvermeidlich und bringen leider immer auch gewisse Einschränkungen mit sich. Diese müssen aber auf das absolut notwendige Minimum reduziert werden. Genau das Gegenteil ist im vorliegenden Fall passiert.“ stellt Weidner fest.

Bereits die Kapazitätsplanung für den Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Eberstadt und der Darmstädter Innenstadt sei von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen. „Wenn in der Hauptverkehrszeit anstelle von 10 voll besetzten Straßenbahnen plötzlich nur noch 8 Busse je Stunde und Richtung fahren, ist das eine Reduzierung der Kapazität um über 70%. Wie man auf die Idee kommt, dass damit eine ausreichende Beförderung sicherzustellen ist, ist uns ein Rätsel.“ kritisiert Weidner die Planung der HEAG mobilo. Es müsse unverzüglich für Abhilfe gesorgt werden. „Die Fahrtenhäufigkeit der Busse muss unverzüglich bedarfsgerecht angepasst werden. Das bedeutet mindestens eine Verdichtung auf einen 5’-Takt in der Hauptverkehrszeit an Wochentagen und einen 7,5’-Takt an Samstagen.“ fordert Weidner, der im Einkaufsverkehr am bevorstehenden Samstag aufgrund des geplanten 15’-Takts einen weiteren traurigen ‚Höhepunkt’ der Situation erwartet.

Der Behauptung des HEAG mobilo Geschäftsführers Holub in der Presse, dass wegen Busknappheit keine weiteren Fahrzeuge eingesetzt werden könnten, tritt Weidner unterdessen entschieden entgegen. „Jedes normale Schienenverkehrsunternehmen bedient sich bei Ersatzverkehren Fremdfirmen, um den Verkehr sicherzustellen. Auch die HEAG mobilo hat das in der Vergangenheit schon erfolgreich praktiziert.“ erläutert Weidner und ergänzt: „Wenn die HEAG keine weiteren Busse einsetzt, ist das ausschließlich eine Frage des Wollens, nicht des Könnens.“

Nachbesserungen fordern die GRÜNEN zudem im Straßenbahnfahrtenangebot nach Arheilgen und auf der Linie 3. „Auch zwischen der Innenstadt und Arheilgen hat die HEAG die Beförderungskapazität um rund 70% reduziert. Speziell in der Hauptverkehrszeit sind die Bahnen zumindest zwischen Merck und der Innenstadt restlos überfüllt. Hier muss der 7,5’-Takt an Wochentagen unverzüglich wieder aufgenommen werden.“ fordert Weidner. Besonders unverständlich seien zudem die Veränderungen auf der von der Baustelle nicht betroffenen Linie 3 und generell im Abendverkehr. „Entgegen dem üblichen Fahrplan werden Arheilgen und Bessungen bereits ab 19 Uhr – und somit 2 Stunden früher als üblich – nur noch im 30-Minuten-Takt angedient. Und das ausgerechnet in der Zeit, in der es für die Daheimgebliebenen besonders attraktiv ist, den Sommerabend im Freien zu genießen.“ ärgert sich Weidner. „Die Linie 3 hat mit der Baustelle in Eberstadt nun wirklich überhaupt nichts zu tun – und wird zu allem Überfluss im Abend- und Wochenendverkehr auch noch vom Umsteigeknoten am Luisenplatz abgehängt. Diesen Unsinn sind wir nicht bereit zu akzeptieren.“ stellt Weidner fest.

Um derartige Vorfälle in Zukunft zu vermeiden, müsse nun endlich der Einfluss der DADINA als Aufgabenträger auch auf den Straßenbahnverkehr gestärkt werden. „Die DADINA als politischer Aufgabenträger für den Nahverkehr hat derzeit quasi keinen Einfluss auf den Straßenbahnverkehr. Eine absurde Situation, die nun endlich geklärt werden muss.“ fordert Weidner abschließend.


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Verfasst am 17.07.2009 um 12:00 Uhr von mit den Schlagwörtern , , .
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