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Anträge & Fahrgastinformation / Marketing & Struktur » Regiefunktion Haltestellenmanagement
24Jan2007

Regiefunktion Haltestellenmanagement

Die Verbandsversammlung der DADINA möge beschließen:

Der Vorstand der DADINA wird beauftragt, ein Konzept zum Management der Haltestellen im DADINA-Gebiet zu erstellen. Das Konzept soll insbesondere dazu dienen, die folgenden Zuständigkeiten schrittweise bei der DADINA zusammenführen:

  • Regie für Bau, Ausstattung und Weiterentwicklung der Haltestellen
  • Regie für das Informationsmanagement an den Haltestellen (Beschriftung, Aushängen der Fahrpläne, Aushängen von Sonderinformationen)
  • Qualitätsmanagement

Begründung:
Haltestellen sind als Zugangsanlagen des ÖPNV die Voraussetzung für die Nutzbarkeit. Darüber hinaus werden sie von Fahrgästen und Passanten im Straßenraum wahrgenommen und tragen damit wesentlich zu dem Gesamteindruck des ÖPNVs bei. Seit Gründung der DADINA konnten in diesem Bereich deutliche Verbesserungen durch die DADINA erreicht werden. Weitere Verbesserungen sind jedoch weiterhin notwendig und werden durch die derzeitige Zuständigkeitsverteilung erschwert.

In Bezug auf die Zuständigkeitsverteilung lassen sich die folgenden Mängel identifizieren:

  • Das Bestücken der Haltestellen mit Fahrplänen und Informationen ist ein sehr zeitaufwendiges Unterfangen. Dabei ist der Aufwand je Haltestelle weitestgehend unabhängig von der Zahl der auszuhängenden Fahrpläne. Da viele Haltestellen von mehreren Verkehrsunternehmen angefahren werden und jedes Unternehmen ausschließlich für den Aushang seiner eigenen Fahrpläne zuständig ist, ist das derzeit praktizierte System sehr ineffizient.
  • Viele Haltestellen weisen Mängel auf, von denen eine große Zahl bereits mit einfachen Mitteln und ohne großen Zeitaufwand zu beseitigen wäre. Dies betrifft, speziell auf Haltestellenpaddel bezogen, zum Beispiel die fehlende oder fehlerhafte Beschriftung der Linienbezeichnung , einfache mechanische Defekte, fehlende Vorrichtungen zur Aufnahme der Fahrpläne oder absichtlich sowie unabsichtliche Verschmutzungen. Für diese Mängel sind die Unternehmen nicht zuständig und kümmern sich dementsprechend sowie aufgrund fehlender dafür benötigter Werkzeuge auch nicht darum. Dies führt beispielsweise dazu, dass an einigen Haltestellen der Fahrplan von Anfang an nur mit Kabelbindern, doppelseitigem Klebeband o.ä. notdürftig befestigt wird und der Fahrplan bereits nach kurzer Zeit nicht mehr nutzbar ist oder gänzlich fehlt.
  • Bei einer Bestückung der Haltestellen mit den Fahrplänen durch die Unternehmen kann derzeit nicht sichergestellt werden, dass die Fahrpläne zum Zeitpunkt des Fahrplanwechsels an den Haltestellen sind. So wurden zum Fahrplanwechsel 2006/2007 etliche Haltestellen erst mit mehrtägiger Verspätung bestückt. Dies ist für die Fahrgäste nicht zumutbar.
  • Für den Bau und die Bauunterhaltung der Haltestellen sind die Kommunen verantwortlich. Dies führt u.a. zu deutlichen Unterschieden in den Ausbaustandards sowie zu unterschiedlichen Auslegungen der vorhandenen Normen für Barrierefreiheit, was besonders mobilitätseingeschränkten Menschen die Nutzung des ÖPNV erheblich erschwert. Durch die Einführung von Bagatellgrenzen durch das Land Hessen ist darüber hinaus die Bündelung von Maßnahmen für eine Förderung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) erforderlich, was aufgrund der Höhe der Bagatellgrenze von einer einzelnen Gemeinden i.d.R. nicht im benötigten Umfang zu leisten ist.

Durch die Zusammenführung der Verantwortung der o.g. Bereiche bei der DADINA können einheitliche Qualitätstandards sichergestellt werden und große Synergieeffekte erzielt werden. Zentrale Rolle der DADINA als Regieeben sollte dabei sein, die Planung von ortsfesten ÖPNV-Anlagen zentral vorzunehmen, die Baudurchführung zu betreuen, für den Betrieb und die Unterhaltung adäquate Qualitätstandards zu definieren und auf dieser Basis die tatsächliche Durchführung von Betrieb und Unterhalt im Wettbewerb zu vergeben, sowie die geforderte Qualität zu überprüfen. Für die Übernahme dieser Tätigkeiten ist mit den derzeitigen Aufgabenträgern ein entsprechender finanzieller Interessensausgleich herzustellen.

gez. Felix Weidner , GRÜNE Fraktion, Fraktionsvorsitzender
gez. Dagmar Wucherpfennig, SPD-Fraktion, Fraktionsvorsitzende


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Verfasst am 24.01.2007 um 12:00 Uhr von mit den Schlagwörtern , , .
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