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Anfragen/Anträge & Anträge & Main-Neckar-Bahn & SPNV » Zukunftsfähige Weiterentwicklung der Main-Neckar-Bahn
27Feb2012

Zukunftsfähige Weiterentwicklung der Main-Neckar-Bahn

Sehr geehrter Herr Vorsitzender der DADINA-Verbandsversammlung Hörr,

wir bitten Sie, den folgenden Antrag bei der kommenden 04./IV Sitzung der DADINA-Verbandsversammlung am 21. März 2012 behandeln zu lassen.

Die Verbandsversammlung der DADINA möge beschließen:

Die DADINA-Verbandsversammlung stellt die folgenden Aspekte als Forderungen an die Weiterentwicklung der Main-Neckar-Bahn anlässlich der geplanten Ausschreibung der Zugleistung durch die Regionalen Aufgabenträger fest und bittet den DADINA-Vorstand, diesen Zielen mit Nachdruck zur Umsetzung zu verhelfen:

a)      Nach bereits erheblichen Verzögerungen, wird das Bestreben der Aufgabenträger des SPNV nachdrücklich unterstützt, die Zugleistungen auf der Main-Neckar-Bahn zum Fahrplanwechsel 2015 auszuschreiben. Weitere Verzögerungen sind nicht akzeptabel.
(b)     
Die bekannten Vorhaben der Aufgabenträger des SPNV zur Einführung eines Flügelzugkonzeptes in Richtung Heidelberg und Mannheim mit qualitativ hochwertigem Fahrzeugmaterial und einer der hohen Nachfrage angemessenen Weiterentwicklung der Kapazitäten wird nachdrücklich begrüßt und unterstützt.
(c)     
Eine zu erwartende Wettbewerbsdividende durch die Neuvergabe soll vollständig in die qualitative und quantitative Verbesserung des Angebotes reinvestiert werden.

(d)      Höchste Priorität hat die Sicherstellung der Möglichkeit zur besseren Anbindung schneller Züge an den Fernverkehrs-ITF-Knoten (ITF = integraler Taktfahrplan) im Mannheimer Hauptbahnhof, um einen akzeptable Übergang zum Fernverkehr zu ermöglichen. Hierfür wird ein explizites Betriebskonzept vorausgesetzt, welches, sofern es sich aufgrund betrieblicher oder infrastruktureller Zusammenhänge nicht unmittelbar umsetzen lässt,  zumindest eine mittefristige Umsetzung sichert und in der Ausschreibung als Zielzustand zu berücksichtigen ist.
(e)     
Gleichsam von hoher Bedeutung sind die Verstetigung des Fahrtenangebotes des an allen Wochentagen und zu allen Tageszeiten besonders stark nachgefragten Streckenabschnitts zwischen Darmstadt und Frankfurt auf einem Takt 30’ sowie die Verdichtung des Zugangebotes schneller Züge zum Fernverkehrsknoten Mannheim Hauptbahnhof.
(f)       
Das Fahrradmitnahmeangebot ist mindestens auf dem aktuellen Niveau sicherzustellen. Es ist anzustreben, das Fahrzeugkonzept auf eine auch jahreszeitlich flexible Angebotsausweitung der Fahrradmitnahme auszulegen. Dort wo Fahrräder stehen (angelehnt) sein sollen, sind nach dem Vorbild zahlreicher Verbünde (z.B. SBB Zürich, Regiotram Kassel etc.) Anlehnmöglichkeiten auch für stehende Fahrgäste der Vorzug zu geben und auf Sitze und Klappsitze zu verzichten.

Begründung

Die Main-Neckar-Bahn zwischen Frankfurt über Darmstadt und die Bergstraße nach Mannheim und Heidelberg ist die mit Abstand nachfragestärkste Bahnlinie im DADINA-Gebiet und ist für das DADINA-Gebiet als primärer Anschluss an die Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar elementar. Die Sicherung und qualifizierte Weiterentwicklung dieser Nahverkehrshauptachse ist für die Region daher von entscheidender Bedeutung.

 

Es ist zu begrüßen, dass nach diversen Verzögerungen nun endlich die Grundlagen geschaffen werden, um die Bahnlinie zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015 auszuschreiben. Mit von den Fahrgästen lang ersehnten neuen Fahrzeuge und einer qualifizierten Weiterentwicklung des Angebots kann es gelingen, die Attraktivität der Main-Neckar-Bahn weiter zu erhöhen und weitere Fahrgäste zu gewinnen. Die von der Bahn bereits in Aussicht gestellten erneuten Verzögerungen stehen diesem Ziel entgegen und sind daher nicht zu akzeptieren.

 

Aufgrund der langfristigen Wirkung und der immensen Bedeutung der Bahnlinie für die DADINA ist es sinnvoll, für den Wettbewerbsprozess rechtzeitig eine Positionierung in der Verbandsversammlung herbeizuführen und damit den Vorstand in der Verhandlung mit den Partnern zu stärken.

 

Dies betrifft z.B. die Verbesserung der Anbindung der Region mit schnellen Zügen an den Fernverkehrsknoten Mannheim. Derzeit haben die direkten Züge eine derart unglückliche Fahrplanlage, dass die Fernverkehrszüge in Mannheim stets nicht mehr erreicht bzw. umgekehrt der Zug in Richtung Darmstadt vor Ankunft der Fernverkehrszüge abfährt. Da die Ausschreibung eine langfristige Festlegungen auf einen Betreiber und Fahrzeuge mit einer Lebensdauer von mindestens 25 Jahren bedeutet, kann bereits allein ein darauf nicht ausgelegtes Fahrzeugkonzept bereits die langfristige Unmöglichkeit einer wünschenswerten Angebotsverbesserung bedeuten. Um dies zu verhindern ist es erforderlich, das anzustrebende Zielkonzept bereits heute zu definieren und die Ausschreibung darauf auszulegen, unabhängig davon, ob dieses Konzept aufgrund betrieblicher oder infrastruktureller Rahmenbedingungen unmittelbar mit dem Fahrplanwechsel 2015 tatsächlich umgesetzt werden kann oder nicht.

Mit freundlichen Grüßen,

gez. Felix Weidner, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Fraktionsvorsitzender


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Verfasst am 27.02.2012 um 10:00 Uhr von mit den Schlagwörtern , , , .
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